5. Bache Bene venies

[Instrumentalfassung]

M: „Carmina Burana"

Codex Buranus, Aufzeichnungsbeginn um 1230, München clm. 4660, Noten überliefert durch: „Ludus Danielis", Kloster von Beauvais (Nordfrankreich) ca. 1230, London Egerton fol.101

(Gotische Kastendrehleier, Tenorblockflöte, Dulcimer, Sopranblockflöte, Schellenkranz)

Die Carmina Burana, eine Sammlung von über 250 Liedern in Latein, Mittelhochdeutsch oder einer Mischung der beiden, wurde wahrscheinlich in einem Kloster in Südtirol, Kärnten oder der Steiermark angefertigt. Neben geistlichen Texten beinhaltet sie - für eine Klosterhandschrift ungewöhnlich? - in der Hauptsache weltliche Themen: Moralisch-Satirisches, Liebeslieder und Trink-, Spieler- und Vagantendichtung. Mit den Methoden der Musikwissenschaft gelang es inzwischen die Originalmelodien einiger Lieder wiederherzustellen. Beim vorliegenden Lied wie auch beim „In taberna" (14) verwendeten die mittelalterlichen Autoren Melodien des „Danielsspieles" und unterlegten diese mit neuen Texten.

Der Inhalt des Textes - ein Lobgesang auf den Gott des Weines, Bacchus - paßt besonders gut auf den Versuch des vorhergehenden Liedes, der Welt und ihren Freuden abzuschwören. Allein schon die bekannte Melodie könnte beim mittelalterlichen Hörer die Assoziation hervorgerufen haben: Frau Welt trägt mit Hilfe des Weingottes den Sieg davon!

 

 

 

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