Thomas M. Schallaböck MAS
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Drehleier

Beim einzigen Streichinstrument, das keinen Bogen besitzt, werden die Saiten mittels mechanischer Vorrichtungen gegriffen und gestrichen. Über einem Schallkörper in Kasten-, Fidel- Lauten- oder später Gitarrenform mit angesetztem Wirbelkasten laufen 1-2 Melodie- und 2-4 Bordunsaiten so angeordnet, dass alle gleichzeitig von einem Streichrad zum Tönen gebracht werden. Dieses wird durch eine Kurbel unten an der Drehleier in Umdrehung gehalten. Die Verkürzung der Melodiesaiten erfolgt durch Holzfähnchen, die mittels Tasten gegengedrückt werden. Die Bordunsaiten hingegen können nicht verkürzt werden und klingen daher auf immer dem selben Ton.

Drehleiern sind seit dem 10. Jahrhundert bekannt, im 15.-17. Jahrhundert sanken sie zum Bettlerinstrument ab. Im 18. Jahrhundert erlebte die Drehleier in Frankreich eine neue Blüte und wurde technisch erheblich verbessert. Ende des 19. Jahrhunderts verlor die Drehleier wieder an Bedeutung. Nur in Frankreich und Ungarn überlebte sie in der Volksmusik.

Im Konzert verwenden die Ensembles von "Alte Musik Salzburg Austria":
Gotische Kastendrehleier, Französische Barockdrehleier, Ungarische Drehleier

 

Hörbeispiele

Ungarische Drehleier: Ductia (Nota)

Gotische Kastendrehleier: Im Märzen der Bauer

Französische Barockdrehleier: Das Kühhorn (Unternslaf)

Französische Barockdrehleier: Nein, ja!